Abschied

 Posted by on 20. November 2015  Kommentare hinzufügen
Nov 202015
 
Logo der Tanzgemeinschaft des TuS Schmidt 1911 e.V.

Nach 10 Jahren ist es soweit: es ist Zeit, Abschied zu nehmen.

Vor 10 Jahren haben wir, als eine Gruppe von Freunden, die Tanzsportgemeinschaft des TuS Schmidt (TSG) gegründet.

Jetzt macht es mein Wegzug aus der Eifel unmöglich, weiter am Vereinsleben teilzunehmen, so dass ich alle über die Jahre an mich gebundenen Aufgaben abgeben muss. Meinen Vorstandsposten habe ich vor ca. einem Monat offiziell zur Verfügung gestellt. Neuwahlen sind für den Jahreswechsel geplant.

Wie man sich den Abschied wünscht, …

Ein schöner Moment für den Abschluss war am vergangenen Wochenende der Jubiläumsball der TSG.  Ein letztes Mal würde ich bei dem Ball mitwirken, den ich in den letzten 10 Jahren mitorganisiert und -moderiert  habe und auf dem ich immer gerne als DJ unterwegs war. Schon länger war abgesprochen, dass ich hier ein letztes Mal als DJ für den Verein auflegen würde. Ich freue mich, endlich nochmal meine komplette Musikausrüstung nutzen zu können, die (seit fast zwei Jahren größtenteils ungenutzt) mittlerweile verstreut in Hamburg und der Eifel lagert.

Zum großen Abschiedsball haben uns Freunde aus Hamburg begleitet. Also hier in Hamburg das DJ-Equipment ins Auto geladen (zum Glück passten auch unsere Koffer noch) und auf in die Eifel!

Am Ballabend war es ein letztes Mal so, wie alle Jahre zuvor: Auto leihen, damit ich den ganzen Musikkram zur Veranstaltung fahren kann, alle Sachen ein- und umladen und vor allen anderen die Abendgarderobe anlegen, damit die Musik rechtzeitig vor Ballbeginn läuft.

Ich komme in der Veranstaltungshalle an. Einige andere Vorstandskollegen sind schon da. Ich werde herzlich begrüßt und freue mich auf den Abend.

Es ist ein gutes Gefühl, noch einmal da sein zu dürfen, wo so vieles (Turniertanz, Vereinsarbeit, Tanzlehrer, DJ) richtig begann.

Aber es ist auch ein trauriges Gefühl: die Abgabe des Vorstandsposten, das Wissen, zum letzten Mal Musik auf dem Ball zu machen, den ich auch immer ein bisschen als „meinen“ Ball empfand – das fällt nicht leicht.

… wie er wurde …

Das Auto brauche ich nicht auszuladen. Fast nebenbei wird mir im Anschluss an die Begrüßung mitgeteilt:

Musik macht heute Abend der xy.

In der 45 Minuten dauernden Eröffnungsrede komme ich nicht vor. Übrigens auch nicht ein weiteres Gründungs- und Vorstandsmitglied, das nach zehn Jahren (unabhängig von mir) ebenfalls ausscheidet.

Während der Eröffnung muss der DJ (der gleichzeitig auch Turniertänzer ist) auf der Bühne sein. Ich soll in der Zeit seinen Rechner bedienen.

Irgendwie hatte ich mir das anders vorgestellt.

Ich bin sehr enttäuscht und etwas traurig.

Aber immerhin macht es das leichter, einen Schlussstrich zu ziehen. Die Absicht, Vereinsmitglied zu bleiben und die Internetseiten weiterhin zu betreuen, hat sich damit erledigt.

Vielleicht ist das gut für alle.

… und warum eigentlich?

Vereinsarbeit ist ein emotionale Angelegenheit. Anders als bei einem Job für den man Geld bekommt, ist der Lohn für Vereinsarbeit abstrakt. Trotzdem (oder gerade deshalb?) legen sich viele umso mehr ins Zeug.

Kehrseite: man hat zwar hoch motivierte Leute, die wollen aber auch alle einen Teil vom „Lohn“ abhaben.

Ich habe mich früher immer gefragt, warum es in Vereinen so oft zu Streit kommt und ganze Vorstände ausgetauscht werden.

In den vergangenen Jahren habe ich den Grund kennengelernt: Leute nehmen die Vereinsarbeit sehr ernst. Weil ihnen der Verein etwas bedeutet. Das bringt Emotionen (und versteckte Intentionen) ins Spiel. Und dadurch wird man viel schneller verletzend und ist selber verletzlicher.

Und jetzt hat es mich erwischt.

Aber eins ist klar: der momentane Frust über den verkorksten Abschluss wird verfliegen.

Und was wird dann bleiben?

Die genialen vergangenen 10 Vereinsjahre, in denen ich viel erleben konnte, viele tolle Leute kennen gelernt habe und in denen ich sehr viel vom Lohn der Vereinsarbeit abbekommen habe. Viele der tollen Leute sind immer noch Teil meines Lebens und die vielleicht tollste von allen ist sogar meine Freundin 🙂

Und das ist für mich ein endgültiger und vor allem schöner Schlusspunkt •

  3 Antworten bis “Abschied”

  1. So läuft’s leider viel zu oft. Aber die Zeit bis dahin war anscheinend super und Anke ist eh der beste Grund, für den es sich gelohnt hat :o)

  2. Hallo Stefan,
    Lang ist es her das man sich gesehen hat.
    Trotzdem wünschen Beate und ich euch alles Gute.
    Vielleicht sieht man sich ja mal wieder in Imgenbroich.
    Gruß Thomas und Beate

  3. @Marina:
    Die Zeit war wirklich super 🙂

    @Thomas:
    Ja, viel zu lange… Wenn es sich ergibt, schlagen wir bestimmt nochmal in Imgenbroich auf! Wir würden uns sehr freuen, die ganze alte Truppe nochmal zu sehen!

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