Okt 142010
 

Gestern habe ich den Fehler gemacht und einfach ein bisschen durch die Fernsehprogramme geschaltet. Bei sternTV bin ich hängen geblieben. Ich höre ja immer mal wieder davon, dass der Herr Jauch ein guter Journalist sei und die Sendung ganz toll mache. Von ein paar Aussetzern abgesehen. Und Jauch, so habe ich mal gehört, wäre eigentlich auch ein guter Journalist.

Vielleicht war mein Fehler, genau zu der Zeit einzuschalten, als alle Sender ihre Programme wegen dem  Grubenunglück in Chile umstellten. Soweit ich weiß läuft sternTV ja live. Und auch sternTV hatte natürlich einen Reporter vor Ort, der irgendwas über die geretteten Kumpel sagen konnte. Und Jauch hatte, als guter Journalist, natürlich die brandheißen Fragen zur Hand. Die erste Frage lautete kurz und prägnant (sinngemäß): „Wie viele Kumpel sind zur Zeit aus der Grube gerettet?“

Leider gab es ein kleines technisches Problem, so dass man die Antwort des Mannes in Chile nicht von Beginn an hören konnte. Aber immerhin konnte der Mann in Chile die Storys erzählen, die er extra für das Interview vorbereitet hatte (auch wenn keiner danach gefragt hatte). Eine Reaktion von Jauch wegen des Tonausetzers gab es nicht. Die Frage blieb unbeantwortet.

Warum stellt der Herr Jauch eigentlich Fragen, wenn die Antworten scheinbar vollkommen egal sind und der Außenreporter Auslandskorrespondent sowie das erzählt, was er sich vermutlich vorher zurechtgeschrieben hat? Nächste mal wünsche ich mir als Überleitung: „Mal hören was mein Kollege von vor Ort für unsere Sendung vorbereitet hat.“ Dann kann der Kollege erzählen und keiner merkt, dass Jauch eigentlich gar keine Fragen hat…

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  Eine Antwort bis “Die wirklich wichtigen Fragen”

  1. Ich glaube, die Verbindungen, die die im Fernsehen verwenden, sind Simplexübertragungen, sprich: nur in eine Richtung. Ich habe das schön öfter im Fernsehen gesehen, dass dann die Verbindung zum Außenreporter nicht funktioniert hat und er sowas gesagt hat wie: „Ich nehme mal an, sie haben xy gefragt“, oder auch schon oft gesehen, dass der Korespondent mit dem Handy am Ohr dort steht, um die Frage zu hören und dann in sein Mikrofon über einen anderen Kanal antwortet.
    Es ist doch nicht schlecht, wenn diese Fragen mehr oder weniger vorher abgesprochen sind, dann kann der Reporter wenigstens flüssig berichten und ist vorbereitet ;).

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