Mrz 192013
 

Grundlage Die Datenbank

Die Grundlage für die Organisation von Musik, nicht nur für Tanzlehrer, ist die Datenbank, in der Informationen über die jeweiligen Stücke erfasst sind.

Selbstverständlich werden Titel und Interpret erfasst, sowie die Dauer eines Liedes. Man will schließlich wissen, um welches Lied es sich handelt. Zusätzlich kann man das Album einpflegen und ein (zumindest grobes) Genre. Das empfiehlt sich für alle Musiksammlungen und ist nicht spezifisch für Tanzmusik. Mit diesen Basis-Informationen kann man immerhin Liedwünsche erfüllen und schnell Listen für eine Schlagerparty oder Rockfete erstellen.

Wie in Teil 1 dargestellt halte ich darüber hinaus folgende Datenbankeinträge für notwendig, um als Tanzlehrer Musik effizient zu managen:

  • welcher Tanz passt zum Lied
  • Takte (oder schlechter: Schläge) pro Minute
  • Dauer bis zum einsetzen des Taktes (Auftakt)
  • Skala: wie gut ist das Lied (Liedwertung)
  • Skala: wie gut ist das Lied tanzbar

Eher aus persönlichem Ehrgeiz als mit wirklichem Nutzwert markiere ich zusätzlich, ob ein Lied Gesang enthält.

 

Handling Das Programm

Die Fülle an Informationen erfordert natürlich ein leistungsfähiges Verwaltungsprogramm, das einem bei der Auswahl der Musik unter die Arme greift. Als Tanzschule/-lehrer muss man sich meist zwischen zwei Dingen entscheiden: entweder man nutzt ein DJ-Programm, und macht Abstriche bei der Verwaltung oder man nutzt eine Musikverwaltung und macht Abstriche bei den DJ-Funktionen. Meine Entscheidung ist schon vor Jahren auf JRiver gefallen, ein Programm, dass vor allem eine leistungsfähige Verwaltung bietet.

Einziges echtes Manko für den Tanz-Bereich: man kann Lieder zwar in der Geschwindigkeit ändern, man benötigt dafür aber mindestens drei Klicks. Die Vorteile und warum jede Tanzschule dieses Programm einsetzten sollte, erkläre ich in Teil 3. Jetzt aber erst mal zum Handling der Datenbank.

Screenshot zu JRiver Media Center

Im “JRiver Media Center” kann man sogenannte “Smartlists” erstellen, die einem viel Arbeit abnehmen, wenn man eine gut gepflegt Datenbank besitzt. Im linken Bereich werden angelegte Smartlists angezeigt. Die oberen sind nichts besonderes und umfassen lediglich jeweils alle Lieder eines Tanzen. Klickt man also links auf “Quickstep” bekommt man alle Lieder angezeigt, die als Tanzattribut “Quickstep” enthalten, also auch solche, die sowohl “Quickstep” als auch “Foxtrott” und “Cha Cha” zugleich sind.

Um sich innerhalb einer solchen Tanzliste besser zurecht zu finden, gibt es unten links die Möglichkeit, weiter zu differenzieren. Klickt man nach der Auswahl des Tanzes z.B. auf “Einstieg“, werden nur die Lieder des Tanzes aufgelistet, die sehr gut tanzbar sind. Weniger wichtig ist für den Einstieg, dass das Lied an sich gut ist. Außerdem werden keine Lieder angezeigt, deren Auftakt länger als eine halbe Minute dauert, oder die schneller sind als normale Vertreter des jeweiligen Tanzes. Bei der Auswahl “Fortgeschrittene” ist es nicht mehr so wichtig, das der Takt deutlich zu hören ist, dafür werden hier nur Lieder aufgelistet, die besonders gut gefallen. (Der Vollständigkeit halber: Zwischen den Ausdifferenzierungen gibt es große Schnittmengen; viele Lieder tauchen z.B. sowohl in der Liste “Einstieg” als auch in der Liste “Fortgeschrittene auf)

Diese Vorselektion erleichtert die Liedauswahl ungemein und verhindert. Das einzige Feld, das bei der Auswahl von Liedern noch beachtet werden sollte, ist das mit der freien Tanznotiz. Alles andere wird bereits von der Automatik ausreichend berücksichtigt.

Interessanter als diese relativ einfach strukturierten Listen sind die unter dem Abschnitt “automatische Listen” zu findenden Listen. In den Listen “Liederpool [...]” werden automatisch alle Tanzlieder für verschiedene Szenarien (z.B. Unterricht, Turniertraining) zusammengesucht. Dabei wird neben den Tanzattributen auch das Genre und die Dauer berücksichtigt. Es passiert also nicht, dass plötzlich ein 30-Minuten-Discofox-Mix läuft oder ein alter Schlager von Karel Gott. Vom Nutzer aktiv genutzt werden die Listen mit den seltsamen Namen wie z.B. “1x | 3 | 3 | — | —- | Salsa“. Das bedeutet: 1x kommt jeder Tanz vor. Die Liste enthält 3 Lateintänze (also Cha Cha, Rumba, Jive; bei einer 4 wäre zusätzlich die Samba dabei), 3 Standardtänze, keinen () Discofox, keinen (—-) Wiener Walzer und eine Salsa. Bei jedem Aufruf einer Liste sucht das Programm zufällig neue Lieder mit passenden Kriterien aus dem passenden Liederpool. So kann man automatisiert Listen mit Tänzen zum Durchtanzen erstellen lassen. Die sind dann wahlweise in der Turnierreihenfolge sortiert oder zufällig gemixt.

Ziel Der Nutzen

Musik ist entscheidend für den Tanzunterricht. Und als Trainer möchte man vor allem im Gesellschaftsbereich nicht immer die gleichen Lieder laufen lassen. Das JRiver Media Center hilft einem zusammen mit einer gut gepflegten Datenbank dabei, den Überblick zu behalten und schnell auf alles zugreifen zu können. Der größte Vorteil dieses Systems: auch jemand, der vollkommen neu an meinem Rechner ist braucht nur eine kurze Einweisung in die Grundfunktionen des Programms und ist sofort in der Lage, gute (Tanz)Musik laufen zu lassen. Ohne auch nur einen einzigen Titel zu kennen!

Warum man dafür nicht auch jedes andere Programm nehmen kann, sondern das Media Center nutzen sollte, erzähle ich im nächsten Teil!

Mrz 112013
 

Musikpool Was man zu jedem Lied erfassen sollte

Ein wichtiges Element des Tanzunterrichts ist Musik. Am besten ist es, wenn man einen eigenen Musikpool hat und jedes Lied kennt, damit man zu jeder Zeit und Situation das passende Stück zur Hand hat. Mit wachsendem Musikpool wird es aber immer schwieriger, jedes Lied zu kennen.

Darum fängt man ziemlich schnell an, seine Musik nach Tänzen zu sortieren. Damit stößt man schnell an Grenzen. Was macht man, wenn man mal einen besonders langsamen oder besonders schnellen Tanz benötigt? Meist kennt man davon ein paar. Aber wenn man mehrere hintereinander benötigt, wird es eng. Oder wenn man die Geschwindigkeit über mehrere Lieder hinweg langsam steigern will (ohne akustisch unschönes manuelles Anpassen der Geschwindigkeit natürlich).

Ich habe daher die Taktschläge pro Minute in meiner Musikbibliothek erfasst. Damit habe ich die Geschwindigkeit im Griff. Jetzt muss ich mich mir nur noch merken, welche Lieder gut sind.

Um mir das zu erleichtern, habe ich zusätzlich eine Bewertung vorgenommen, in der ich Lieder auf einer Skala von 1 bis 5 bewerte. Sehr schnell stand ich damit vor dem Problem, dass ich manche Lieder zwar super finde, die aber schlecht tanzbar sind oder umgekehrt. Ein Mittelwert, den ich anfangs zur Bewertung solcher Lieder genutzt habe, stellte sich als wenig hilfreich heraus.

Ich habe daher die Bewertung gesplittet. Ich bewerte jetzt getrennt die Gefälligkeit und die Tanzbarkeit von Liedern.

Nur der Vollständigkeit halber erwähnt: ich erfasse außerdem die Zeit, die bis zum ersten (klar hörbaren) Taktschlag vergeht; ein Vorspiel von 30 Sekunden kann in manchen Situationen ungünstig sein, in anderen hingegen durchaus seinen Zweck erfüllen. Außerdem gibt es ein Feld für Notizen.

Damit dachte ich eigentlich das perfekte System zu haben. Leider gibt es immer noch eine systematische Lücke und ein Problem:

  • die Lücke: es gibt Lieder, die mir super gefallen (5 Sterne), die aber nicht Mainstream tauglich sind. Sie sollten daher im Tanzunterricht eher gemieden werden. Ich selber würde sie aber trotzdem gerne tanzen und schnell finden.
  • das Problem: die Fülle an Informationen ist nicht mehr sinnvoll zu überblicken. Wenn man mal eben schnell ein Lied laufen lassen will, muss man 9 Felder überblicken. Für jemanden, der mit dem System nicht vertraut ist, ist das unmöglich und für mich selber… ein Krampf.

Musikmanagement

Um die Lücke zu schließen habe ich ein weiteres Feld angelegt, dass ich nur dann nutze, falls das Lied aus irgendeinem Grund nicht im Tanzunterricht laufen sollte. Damit hat sich die Zahl der Felder natürlich weiter erhöht.

Warum das am Ende sogar hilfreich ist, erkläre ich im zweiten Teil. Da stelle ich auch die Lösung vor, mit der man automatisch Listen für den Tanzunterricht erstellen lassen kann, sowie schnell das passende Lied aus seinem Pool findet.

 

Vertretergespräche

 Posted by on 22. Februar 2013  Allgemeines
Feb 222013
 

Heute hatte ich die Gelegenheit, das Verkaufsgespräch eines Vertreters miterleben zu dürfen. Er hatte bei einem mittelständischen Dienstleistungsunternehmen angerufen. Im Vorfeld hat die Geschäftsführung mir vom Termin erzählt:

Heute kommt einer vorbei, der will unsere Neukunden pro Monat fast verdoppeln. Keine Ahnung wie der das machen will, aber wir lassen den mal kommen und hören uns das an.

Möglicherweise hat die Geschäftsführung im Anbahnungsgespräch alles falsch verstanden; dann war der Vertreter offenbar nicht in der Lage, sich und sein Produkt angemessen zu verkaufen. Das wäre schlimm. Noch schlimmer wäre, wenn er sich tatsächlich so angekündigt hat, denn keiner hatte das Gefühl, in Kürze einem seriösen Geschäftsmann zu begegnen.

Das Vor-Ort-Gespräch dauerte ca. 45 Minuten. Zunächst erfragte er im Smalltalk einige Unternehmensdaten. Auslastung, Kapazitäten, Kosten und mehr.

Der Vertreter stellte sich danach als Vertreter von Groupon vor. Groupon sei ein regional arbeitendes Magazin, in dem Gutscheine angeboten werden. Sein Angebot sollte die Geschäftsführung annehmen, weil man mit seiner Hilfe Überkapazitäten abbauen kann und keine zusätzlichen Kosten entstehen.

Die Rahmenbedingungen stellte er folgendermaßen vor: die sogenannten Groupons werden von seinem Unternehmen verkauft. Die Anzahl der Groupons kann festgelegt werden. Der Rabatt zum Originalpreis muss mindestens 50% betragen. Die Hälfte des Grouponpreises geht an sein Unternehmen, die andere Hälfte an den Dienstleister. Real bietet der Dienstleister also 75% Ermäßigung.

Der Geschäftsführung war das Unternehmen “Groupon” offenkundig vollkommen fremd. Erst im Laufe des Gesprächs wurde klar, dass es sich bei Groupon um ein Onlineportal handelt.

Viele Bedenken der Geschäftsführung konnten ausgeräumt werden. Was blieb war die Angst, dass man an potentiell normal zahlenden Kunden 75% der Einnahmen verlieren würde. Die Kundenakquise des Dienstleisters findet fast ausschließlich über den eigenen Onlineauftritt statt, sodass jeder Kunde, der per google auf das Angebot zugreifen würde, auch den Groupon finden würde und so den günstigen Preis zahlen würde.

Das Gegenargument des Vertreters war einfach: es würden ja nur Überkapazitäten abgebaut.

Das Argument schien die Allzweckwaffe gegen alle verbleibenden Ängste zu sein. Leider wurde nicht klar, warum ein Großteil der über Groupon gewonnen Kunden tatsächlich durch Groupon gewonnen werden und nicht sowieso kommen würden. Denn wenn sie sowieso kommen würden, dann würden keine Überkapazitäten verringert sondern nur der Umsatz pro Kunde reduziert.

Die Verhandlungen waren eigentlich gescheitert, als der Vertreter auf nochmaliges, sehr konkretes Nachfragen erklärte, der Groupon sei nur 3 Tage erreichbar und die Information über sein Erscheinen gehe am ersten Tag (oder einen Tag vorher) per Newsletter an 70.000 Mitglieder aus der Region. Nach über einer halben Stunde Verkaufsgespräch erwähnt er also damit die zentralen Punkte seines Angebotes.

Ich war zu diesem Zeitpunkt beratend in das Verkaufsgespräch involviert und fragte nach, warum er erst jetzt mit der Information rausrückt. Seine Antwort:

Ich dachte sie würden das Angebot kennen.

Ja, ich kenne das Angebot flüchtig. Ich habe trotzdem 10 Minuten gebraucht um zu kapieren, dass er Vertreter eines Onlineportals ist, das Rabattmarken verkauft. Zuerst dachte ich nach seinen Erklärungen, es handele sich um regionales, gedrucktes Magazin. Als der Groschen bei mir dann gefallen war, fiel mir auch wieder ein, dass Groupon kürzlich äußerst negativ in den Schlagzeilen stand. Die Geschäftsführung kannte das Angebot ganz offensichtlich nicht. Auch keine vergleichbaren Angebote. Wenn dieser Vertreter dachte, die Geschäftsleitung würde das Angebot kennen oder nach seinen Erklärungen auch nur ansatzweise kennengelernt haben, dann hat er den falschen Job.

Innere Uhr

 Posted by on 4. Oktober 2012  Tanzen
Okt 042012
 

Tanzen an Erft und Rur haben wir dieses Jahr erfolgreich hinter uns gebracht.

Mein persönliches Highlight als DJ war folgendes kurzes Gespräch mit einer Turnierteilnehmerin der Senioren IV.

Sie kam nach einem Quickstep leicht gereizt zu mir und sagte:

Sie müssen aber bei uns keinen Quickstep länger als 2 Minuten laufen lassen.

Da ich nicht nur einer Meinung mit ihr war, sondern sogar dementsprechend gehandelt habe antwortete ich:

Ich weiß, darum habe ich den auch nur 1 Minute und 45 Sekunden laufen lassen.

Es war ein bisschen gelogen. Bei exakt 1:45 habe ich Stop gedrückt. Es folgt dann noch ein Ausblenden, dass ca. 3-4 Sekunden dauert. Innerhalb dieses Fades hören die Paare auf zu tanzen. Das Stück dauerte also real maximal 1:49. Das ist schon nah an den zwei Minuten. Mindestlänge des Liedes laut Turnierordnung ist 1:30. Mit meinem Druck auf Stop habe ich genau die Mitte erwischt. Ich will gar nicht darüber streiten, ob das vielleicht schon zu lang war. Ob sie mit dem Zeitempfinden Recht hatte oder nicht, spielt keine Rolle. Der Quickstep war ihr (unabhängig von “echten” der Spielzeit in Sekunden) offenbar zu lang und ich habe in der Folge jeden Quickstep kürzer spielen lassen.

Interessant fand ich die aber die sehr trotzige Antwort der sich sofort von mir abwendenden Tänzerin:

Nein, das kann nicht sein, das war länger. Wir haben eine Choregraphie.

Ich könnte um ganz sicher zu sein die Anzeige meines Programms überprüfen lassen; vermutlich wäre ein Nachjustieren der Choreographie aber eher sinnvoll…

Opera, Firefox, Chrome (Iron) und zurück

 Posted by on 13. September 2012  Allgemeines
Sep 132012
 

Seit ein paar Jahren nutze ich auf meinem Desktoprechner Opera als Internet Browser. Er läuft schnell und hat schon von Haus aus viele Features, die ich bei den Konkurrenten erst nachinstallieren muss.

Trotzdem wollte ich wechseln. Vor allem drei von mir häufiger genutzte Internetseiten (der Lenovo Support, das WordPress Backend und Picasa) laufen unter Opera nicht ganz rund. Unter Firefox, Chrome und IE machen die Seiten keine Probleme. Außerdem habe ich noch das Facebook-Gerücht im Hinterkopf… Weil ich vor Opera Firefox verwendet habe, war das meine erste Wahl für den Umstieg.

Begeistert war ich schon immer von den fast grenzenlosen Möglichkeiten, die Erweiterungen in Firefox eröffnen. Nach ein paar Tagen hatte ich Firefox mit ca. 20 Erweiterungen aufgerüstet und einen sehr hohen Bedienkomfort erreicht. Dafür war der Browser langsam. Sehr langsam. Und immer wieder kam es zu längeren Aussetzern. Nachdem ich das gleiche Fehlverhalten auch bei einer befreundeten Firefoxnutzerin ohne Erweiterungen beobachten konnte, wechselte ich zu Chrome. Genauer gesagt zu SRWare Iron.

Der lief auch mit 20 Erweiterungen noch absolut flüssig. Trotzdem erreichte er nie den Bedienkomfort von Firefox. Und auch nicht den von Opera.

Und jetzt bin ich wieder bei Opera gelandet. Warum?

Grundsätzlich bieten Firefox und Chrome nichts, was ich bei Opera vermissen würde. Aber Opera hat die Killerfeatures, die mir erst aufgefallen sind, als ich gemerkt habe, dass die anderen sie nicht haben.

  • Öffnet man einen neuen Tab erscheint eine Auswahl von Favoriten (Speed Dial). Kennen Firefox und Chrome/Iron zwar auch, aber in Opera kann man die Seitenvorschau auch automatisch aktualisieren lassen. So sieht man (bei den meisten Seiten) schon sofort, ob sich seit dem letzten Besuch was geändert hat.
  • Firefox, Chrome/Iron (und auch IE) haben Probleme mit dem Abspeichern von Passwörtern auf diversen Seiten. U.a. für den Microsoft-Account, für freenet, für gmail. Das ist zwar streng genommen kein Browser Problem, sondern von den jeweiligen Webseite so vorgegeben (Stichwort: “Autofill=off”), trotzdem funktioniert das in Opera einfach perfekt. Und auch das Verwalten mehrerer Identitäten gestaltet sich bei Opera einfacher als bei den Konkurrenten.
  • Geschlossene Tabs lassen sich komfortabel wiederherstellen (mit samt der Tabhistory). Chrome/Iron kann das selbst mit Erweiterung nicht vernünftig und bei Firefox kann man von Haus aus nur den letzten Tab wiederherstellen benötigt man doppelt so viele Klicks (2 Klicks Opera vs. 4 Klicks Firefox).
  • Bei Opera kann man innerhalb eines Fensters private Tabs nutzen. In WordPress kann ich also als Admin angemeldet sein und im Nachbartab trotzdem sehen, wie die Seite für Besucher aussieht. Alle aus dem privaten Tab heraus geöffneten Tabs sind ihrerseits wieder privat. In Firefox und Chrome/Iron ist immer das komplette Fenster privat.
  • Auf einem 6 Jahre alten ThinkPad bleibt Firefox oft minutenlang hängen (OHNE Erweiterungen!). Opera läuft flüssig (Chrome/Iron auch).
  • Für langsame Internet-Verbindungen (bei schlechtem WLAN-Empfang) gibts den Opera Turbo, der allen Datenverkehr über einen Proxy umleitet und die Daten komprimiert ausliefert. Hat mir schon oft das Surfen in WLAN-Randgebieten ermöglicht.
  • Opera hat eine brauchbare Seitenleiste! Bei Firefox geht das nur per Erweiterung, bei Chrome/Iron gar nicht vernünftig.
  • Die Installation geht schneller als bei Firefox und Chrome/Iron.

Negatives gibts natürlich auch.

  • Opera kennt Erweiterungen. Aber es gibt nur wenige und kaum gute. Immerhin gibts brauchbare Erweiterungen um GoogleAnalytics & Co. auszusperren :)

Mehr schlechtes fällt mir gerade nicht ein… Die Seiten, deren nicht funktionieren mein Wechseln angestoßen haben funktionieren übrigens in der neusten Opera Version!

Von daher: wer einen robusten, komfortablen Browser sucht, dem kann ich die aktuelle Version von Opera nur empfehlen!

Ende meiner MdSp-Zeit

 Posted by on 11. Juli 2012  Studium
Jul 112012
 

Jaja, keiner weiß was MdSp bedeutet. Ging mir vor einem Jahr genauso, als ich Mitglied der Unabhängigen Liste kurz “ULi” wurde. Moment – Mitglied der Liste?

Ich fange mal von vorne an: vor einem Jahr wurde ich gefragt, ob ich Interesse daran hätte, einer neugegründeten Liste beizutreten und als Mitglied fürs Studierendenparlament zu kandidieren. Eine Liste ist vergleichbar mit einer Partei, das Studierendenparlament kommt dem Bundestag recht nah.

Ich sagte ja.

Wir gründeten eine Liste, die unabhängig von den bereits existierenden Strömungen innerhalb wie außerhalb der Hochschule sein sollte. Wir waren der Meinung, die Hochschulpolitik braucht eine Liste, die sich ausschließlich für die Interessen der Studierenden einsetzt. Ohne dabei von anderen Abhängigkeiten beeinflusst zu sein. Warum war das nötig?

Nunja, es gab die Juso-HSG (SPD-nah), die LHG (liberal), Studium (kein Kommentar), AlFa (Hochschul-nah), GHG (Die Grünen), RCDS (CDU-nah), Raus in die Welt (Lobbyisten für Studierende, die ins Ausland wollen), SDS (links), LifA (Vertreter ausländischer Studierender).

Natürlich gilt die Gleichung “Abhängigkeit = schlecht” nicht. Aber wir fanden, dass es an der Zeit war eine Liste zu gründen, die frei von festgeschriebener Ideologie und Abhängigkeit agiert. Eine Liste, die nur den Interessen der Studierenden verpflichtet ist.

Es gab verschiedene Gründe, die dazu führten, dass ich auf Listenplatz eins landete und damit mein Name ganz oben auf dem Wahlzettel stand (also, eigentlich gaaaanz unten auf dem langen Wahlzettel, aber immerhin als erster Vertreter der ULi). Ich bekam (vermutlich wegen des Listenplatzes) die meisten Stimmen in der Liste. Und wurde so Mitglied des Studierendenparlaments.

Diese Mitgliedschaft endet (gefühlt) heute, denn heute wählen die neuen MdSpler den neuen Asta (also quasi die Regierung).

Die Sitzungen im Studierendenparlament waren lang (nie endete eine Sitzung vor 0 Uhr, selten vor 3 Uhr), aber sie waren immer interessant. Natürlich gab es Diskussionen, die vielleicht kürzen hätten ausfallen können, aber sie waren fast immer auf angenehm hohen Niveau.

Dachte ich.

In der letzten SP-Sitzung konnte ich mich mit zwei Vertretern unterhalten, die zu den aktiveren Mitgliedern des Studierendenparlaments gehören. Es war interessant, denn ich erfuhr, dass das Studierendenparlament das ist, wofür es alle diejenigen halten, die nicht hingehen: großes Theater auf kleiner Bühne.

Da erzählt mir ein aktiver Teilnehmer, dass er sich vor der Sitzung mit seinem “Gegner” abgesprochen hat, welche Punkte sie diesmal besonders in Szene setzen möchten. Streitthemen vorher festgelegt.

Als ich zum ersten Mal an einer Sitzung teilgenommen habe, bin ich mit dem Gefühl dorthin gegangen, dass da Studenten sitzen, die alle das gleiche Ziel haben: das Studium für die Studierenden irgendwie zu verbessern. Und über den Weg wird gestritten. Ich hatte damit gerechnet, dass alle an einem Strang ziehen, weil wir alle im gleichen Boot sitzen. Denn schließlich machen wir da auch Politik für uns: es sitzen nur Studierende in den Sitzungen!

Aber es ist wie in der “großen” Politik: es wird um Posten geschachert und es wird übel nachgeredet. Es geht oft nicht (oder nur vordergründig) um Sachfragen. Persönliche “Macht” und persönliche Interessen scheinen für manche der größere Antrieb zu sein.

Die ULi trat in diesem Jahr nicht mehr zur Wahl an. Ich für meinen Teil weiß nicht, ob ich froh sein soll, dass ich meiner Illusionen beraubt bin.

Das traurigste an der Geschichte ist übrigens: ich glaube, diejenigen, die (nur) für eigene Interessen arbeiten und das große Theater zu spielen versuchen, sind eine Minderheit. Nur irgendwie sind die lauter als die Mehrheit…

Ein… ähm… Virus?!

 Posted by on 7. Juli 2012  Allgemeines
Jul 072012
 

Folgende Meldung erschien heute bildschirmfüllend:

Meldung 

Da ich gerade keinen u-kash Gutschein zur Hand hatte, konnte ich auf die schnelle keinen korrekten Code eingeben. Und das wollte ich schon, denn im ersten Moment fühlte ich mich ertappt:

 Garten

Einen Garten hatte ich tatsächlich kürzlich noch heruntergeladengewirtschaftet.

Aber da ich, wie gesagt, keinen Gutschein zur Hand hatte, las ich den Text komplett. Und, nun ja, man merkt doch recht schnell das da irgendwas nicht stimmen kann. Mal abgesehen davon, dass die Vorwürfe an sich Quatsch sind, ist auch die Formulierung… abenteuerlich.

Leider bekam ich die Meldung nicht weg. Kein Mausklicken, keine Tastenkombination half. [STRG]+[ALT]+[ENTF] funktionierte zwar, aber der Taskmanager ließ sich nicht starten. [ALT]+[F4] blieb wirkungslos. Auf meinem zweiten Bildschirm wurde zwar der normale Desktop angezeigt, allerdings war da nichts “klickbar”. Neustart half auch nicht: Programm startet von alleine mit.

Alles in Allem nicht schlecht gemacht. Losgeworden bin ich “das Ding” im abgesicherten Modus. Das Programm war dann recht leicht zu finden und einfach zu löschen. Wenn die Programmierer in Zukunft auf Paypal umsteigen, könnte die Masche vielleicht sogar funktionieren…

Ziel erreicht?

 Posted by on 5. Juli 2012  Studium
Jul 052012
 

Die Wahlbeteiligung 2008: 35%
Die Wahlbeteiligung 2009: 27%
Die Wahlbeteiligung 2010: 22%
Die Wahlbeteiligung 2011: 18%

Und in diesem Jahr mit der Aktion des Wahlausschusses:

Die Wahlbeteiligung 2012: 14% 

Wahlbeteiligung

 Posted by on 29. Juni 2012  Studium
Jun 292012
 

Eine kritische Größe für demokratische Ordnung: die Wahlbeteiligung. Sie ist quasi die Legitimation der Demokratie.

Um die Wahlbeteiligung bei den Studierenden-Parlaments-Wahlen in diesem Jahr zu steigern, hat sich der Wahlausschuss eine Verlosung ausgedacht: jeder Wähler erhält nach der Stimmzettelabgabe ein Los (Briefwähler gehen meines Wissens leer aus). Pro drei Prozent Wahlbeteiligung wird ein Amazon-Gutschein im Wert von 10,- € verlost. D.h. ungefähr jeder 1000ste Wähler wird einen Gutschein gewinnen.

Die Idee ist (im demokratischen Sinne) gut: wählen wird belohnt. Die Aktion wird aber leider nicht ihre volle Wirkung entfalten: von der Aktion erfährt man nach der Abgabe seiner Stimme. Kein Hinweis in der Wahlzeitung, keine Aushänge.

Man bestärkt damit vor allem diejenigen, die sowieso wählen gehen, darin, weiterhin zu wählen (was natürlich nicht schlecht ist!). Die Wahlverweigerer erreicht man aber nur schlecht (bestenfalls durch Mund-zu-Mund-Propaganda).

Schade, Chance verpasst. 

Inspektion fällig

 Posted by on 10. Juni 2012  Auto
Jun 102012
 

Man kennt das ja: wenn das vorgegebene Wartungsintervall eines Autos abgelaufen ist, dann macht es irgendwie darauf aufmerksam, dass die Inspektion fällig ist.

Grundsätzlich habe ich nichts gegen diesen Hinweis, den mein Auto mir gibt. Ein dauerhaft angezeigter (nicht blinkender!) Tropfen weist mich auf die fällige Inspektion hin.Wartung fällig . Bild 1 Das ist schon deswegen nett, weil der Hinweis zwar da ist, aber in keiner Weise stört. Sehr angenehm.

Aber die bei Renault haben scheinbar auch gemerkt, dass das ein bisschen zu angenehm ist. Darum ist das nicht der einzige Hinweis. Es gibt einen weiteren. Im Tacho leuchtet permanent eine Warnleuchte mit Schraubenschlüssel:

Wartung fällig . Bild 2Es ist die größte Warnleuchte, die es in diesem Auto gibt. Aber auch hier stellt sich mit der Zeit eine gewisse Gewöhnung ein, denn die Warnleuchte leuchtet auch dauerhaft und blinkt (Gott sei dank!) nicht.

Aber das ist noch nicht alles. Es gibt einen weiteren “Hinweis”. Insgesamt bietet sich bei fälliger Wartung folgendes Bild:Wartung fällig . Bild 3 So weit so gut. Das schlimmste am Hinweis in diesem Dialogfeld ist: dort werden gelegentlich auch andere Informationen angezeigt.

Wenn die Wartung fällig ist, wird die Anzeige des Reifendrucks beim starten des Wagens zugunsten des Ölwechsel-Hinweis komplett übersprungen. Damit kann man leben.

Die Anzeige dient aber auch der Rückmeldung des Tempomats. Ist dieser aktiviert, wechselt die Anzeige im 2-Sekunden-Takt zwischen der Anzeige “Ölwechsel fällig” und der Tempomatansicht. Das Display ändert dabei seine Farbe von rötlich nach grünlich und zurück. Das nervt! Besonders Abends verzichte ich dann schon mal auf den Tempomaten um der Partybeleuchtung zu entgehen.

Wer denkt sich so einen bescheuerten Murks aus? 

Ich nutze Opera – noch

 Posted by on 25. Mai 2012  Allgemeines
Mai 252012
 

Vor einigen Jahren bin ich auf Opera umgestiegen. Ausschlaggebend war nicht nur die nette Optik und die vielen, bei anderen nur per Plugin zu bekommenden Funktionen. Es war auch das Unternehmen, das Opera entwickelt und anbietet. Kein global Player wie google, Microsoft, Apple oder Mozilla steckt dahinter, sondern eine kleine Softwareschmiede aus Norwegen. Irgendwie sympathisch. Außerdem habe ich das Gefühl, dass für ein kleines Unternehmen der Reiz (Nutzer-)Daten zu verkaufen nicht so groß ist. Einfach, weil nicht so viele Daten zur Verfügung stehen. Seit heute, 21.11 Uhr überlege ich, welchen Browser ich von nun an nutzen werde:

Facebook angeblich an Kauf von Opera interessiert 

Gastbeitrag
Lego und Amazon

 Posted by on 9. April 2012  Allgemeines
Apr 092012
 

Es gibt immer wieder Ereignisse, die uns sehr irritieren… So wurde unlängst bei Amazon ein Lego Architecture Set verkauft und versendet… ganz genau wir schreiben über jenes Spielzeug, mit welchem aus kleinen Bausteinen große Bauwerke enstehen… Soweit so gut, die Grundbedingungen sind also geklärt… Das Paket auf dem Weg zum Käufer… Dort sollte es dann im Regelfall auch verbleiben… So wunderte sich der Verkäufer über den Hermesboten, der ein Päckchen ins Haus brachte… Toll verpackt und echt groß… noch mehr Staunen, in dem Packet findet sich der gerade erst verkaufte Lego Bausatz des Gugenheimmuseums… Verdammt, der sollte doch schon beim Käufer sein… Aber Moment: neu verpackt… es scheint Absicht zu sein, dass dieser Bausatz wieder hier ist… Bei weiterer Untersuchung des Packetinhalts findet sich ein Zettel mit der Begründung für die Rücksendung:

Artikel wurde in Einzelteilen versendet!

Da fragt sich der Verkäufer völlig irritiert: “Wie irre kann die Welt denn sein?!”

Logitech Kundenbefragung

 Posted by on 20. März 2012  Allgemeines
Mrz 202012
 

Ich musste vor kurzem wegen zwei unterschiedlicher Dinge den Logitech-Kundendienst in Anspruch nehmen. Eine der beiden Angelegenheiten ist jetzt vollständig abgewickelt. Ich bin überaus zufrieden. Logitech hat mich gebeten an einer Kundenbefragung teilzunehmen. Der Bitte wollte ich folgen und habe den Fragebogen ausgefüllt. Es gab nur 8 Items. Bei 6 davon musste man eine Bewertung auf einer Skala abgeben. Ich konnte immer nur die Bestnote vergeben, weil wirklich alles perfekt gelaufen ist.

Eine Frage lautet:

Frage der Logitech Kundenbefragung
(klicken zum vergrößern) 

Mein Produkt war defekt, ich habe nicht versucht, das Problem “auf eigene Faust” zu lösen.

Eine weitere Frage lautet:

 Frage der Logitech Kundenbefragung

Der Kundenservice war in meinem Fall schnell, unkompliziert und freundlich. Logitech kann mir in Zukunft nicht “besser” helfen.

Beide Fragen ließ ich folgerichtig unbeantwortet.

Abschicken kann ich den Fragebogen nicht. Man muss bei jeder Fragen etwas angeben.

Wenn ernsthafte Meinungsforschung betrieben werden soll, sollte man vielleicht darüber nachdenken, Befragungen von Menschen entwerfen (und auswerten) zu lassen, die Ahnung davon haben… Das mal eben den Praktikanten machen zu lassen, wenn man sonst keine Aufgabe für den hat führt zu solchen dummen Fragebögen.

Wulff hat eingesehen?

 Posted by on 5. März 2012  Allgemeines
Mrz 052012
 

SpiegelOnline titelt heute über den ehemaligen Bundespräsidenten:

Wulff will Büro und Mitarbeiter für 280.000 Euro im Jahr

Es ist der gleiche Wulff, der vor einiger Zeit gesagt hat:

Ich sehe ein, nicht alles, was juristisch rechtens ist, ist auch richtig.

Hm,  die Einsicht scheint ihn nicht weit gebracht zu haben.

Aber erstens hat er ja jetzt nichts mehr zu verlieren und zweitens könnte er, sollte der öffentliche Druck zu groß werden, einfach erzählen, was er diesmal eingesehen hat…

Und noch mal Bibliothek

 Posted by on 24. Februar 2012  Studium
Feb 242012
 

Die gute Nachricht: das Mailsystem der RWTH Hochschulbibliothek arbeitet wieder.

Natürlich wird dieser Erfolg auch auf der Internetseite Aktuelles veröffentlicht. Den Ausfall des Mailsystems hielt die Bibliothek dagegen für nicht mitteilenswert (ich berichtete). Ich würde meinem Ärger über diese Art der Informationspolitik gerne Ausdruck verleihen, aber ich mir fehlen wirklich die Worte.

Mein Bibliothekskonto ist zwischenzeitlich übrigens gesperrt worden, weil ich die Gebühren aus der Zeit mit defektem Mailsystem noch nicht beglichen habe.

Recht gehabt

 Posted by on 17. Februar 2012  Allgemeines
Feb 172012
 

Aus meinem Beitrag vom 23.12.2011:

Mein Tip: Anfang des kommenden Jahres brauchen wir einen neuen Präsidenten.

Ob die Causa Wulff auch was gutes hatte, werden wir erst in ein paar Monaten sehen. Dann wissen wir nämlich, ob sich das Wort “wulffen” durchsetzen konnte. Wäre eine tolle Erweiterung unseres Wortschatzes! 

König Kunde

 Posted by on 5. Februar 2012  Studium
Feb 052012
 

Zum Thema Hochschulbibliothek hätte ich übrigens noch was. Den Beitrag hatte ich noch unveröffentlicht hier “rumliegen”, die Umbaumaßnahmen sind mittlerweile abgeschlossen.

Die Hochschulbibliothek der RWTH-Aachen befindet sich zur Zeit in einer größeren Umbauphase. Darunter leiden leider auch die Nerven der Mitarbeiter. Oder besser gesagt: hoffentlich leiden die Nerven darunter. Denn das wäre die einzige denkbare Entschuldigung für das Verhalten der Mitarbeiterin von heute.

Gestern habe ich in der Hochschulbibliothek Bücher abgeholt, die ich per Internet vorbestellt hatte. Zu Hause merkte ich, dass die Bücher in meinem Online-Konto nicht als abgeholt markiert waren, sondern immer noch als für mich “bereitliegend”. Das kam mir seltsam vor.

Heute konnte ich neben anderen zwei der falsch verbuchten Bücher wieder zurückbringen. Ich erklärte schon vor der Rückgabe, dass scheinbar ein Buchungsfehler vorliegt und noch weitere Bücher betroffen sind. Die Mitarbeiter waren sichtlich bemüht, den Fehler im System zu korrigieren; der Fall sorgte für einige Aufregung beim Personal, weil das System einen solchen Fehler bei korrekter Bedienung eigentlich nicht zulässt. Außerdem war man froh, dass ich die Bücher überhaupt zurückgebracht habe.

Dann aber wurde der Fall zur Chefsache: eine sehr wichtige Frau betrat den Rückgabebereich und ließ sich alles noch mal erklären. Vorwurfsvoll fragte sie mich:

Also Sie haben jetzt noch Bücher zu Hause die hier im System als noch hier lagernd verzeichnet sind?

Ich musste das leider bejahen. Die Mitarbeiterin wirkte genervt. Sie begann zu tippen. Zwischendurch fragte sie in immer noch vorwurfsvollem Ton:

Hat der Mitarbeiter die Bücher bei der Abgabe denn nicht gescannt?

Weil ich bei der Buchausgabe immer sehr genau darauf achte, was der Mitarbeiter mit den Büchern macht, bevor er sie mir aushändigt konnte ich zum Glück sehr überzeugt antworten:

Keine Ahnung, ich schätze schon.

Die Laune der “Chefin” verbesserte sich dadurch nicht. Aber was soll ich machen? Achtet Ihr immer darauf, ob die Kassiererin beim ALDI die richtigen Tasten drückt? Ich achte eigentlich nur darauf, ob die Beträge grob plausibel scheinen… Während die “Chefin” sich weiter um den Fall kümmerte, belehrte sie übelgelaunt alle umstehenden Mitarbeiter. Man müsse den neuen Mitarbeitern halt immer über die Schulter schauen und die nicht einfach machen lassen. Sonst passiere sowas andauernd und dann habe man den Schlamassel. Aber das interessiere natürlich sonst keinen.

Dann wurde ich wieder angesprochen:

Ich habe jetzt hier eine Notiz eingefügt, dass Sie die Bücher haben, Sie müssen die jetzt allerdings schnellstmöglich hier vorzeigen, damit wir wissen, dass sie die haben oder ob sie die nicht haben.

Auf meine Frage, ob ich dafür (erfundene) 20 Kilometer nach Hause fahren soll um die Bücher zu holen, reagierte sie gar nicht. Auf den Hinweis, es handele sich hier nicht um einen Fehler von mir und es wäre doch nett von mir, dass ich überhaupt was gesagt hätte erklärte sie mir folgendes:

Das weiß ich, aber das tut ja nun nichts zur Sache. Wenn hier steht, Sie hätten die Bücher bestellt und die sind nicht hier, dann müssen sie die ersetzen. Das ist nun mal so.

Die perfekte Vorlage für eine hitzige Debatte einen wortlosen Abgang. Ich habe keine Ahnung, was sie mir noch hinterhergerufen hat. Es klang ein bisschen verzweifelt aber immer noch nicht freundlich.

Eins ist klar: wenn man für den Fehler eines anderen vor anderen Kunden und Mitarbeitern derart blöd runtergemacht wird, hinterlässt das keinen guten Eindruck. Beim nächsten Mal überlege ich zweimal, ob ich die Bücher nicht lieber bei eBay versteigere. Denn auch wenn die “Chefin” was anderes meint: wenn die die Bücher nicht finden, muss natürlich nicht derjenige die ersetzen, der sie zufällig bestellt hat.